mit Erntedank und Gemeindefest (Pfr. i.R. H. Nasarek)
Martinskirche Münzesheim
Kraichtal
So. 11.10.2026
10:30 Uhr
Gottesdienst
mit dem Rainbow Gospelchor (Pfrin. Antje Pollack)
Martinskirche Münzesheim
Kraichtal
So. 11.10.2026
10:30 Uhr
Gottesdienst
mit dem Rainbow Gospelchor (Pfrin. Antje Pollack)
Martinskirche Münzesheim
Kraichtal
So. 08.11.2026
10:30 Uhr
Gottesdienst
(Pfr. i.R. H. Nasarek)
Martinskirche Münzesheim
Kraichtal
So. 22.11.2026
10:30 Uhr
Gottesdienst
Gottesdienst Ewigkeitssonntag (Pfr. i.R. H. Nasarek)
Martinskirche Münzesheim
Kraichtal
Kindergottesdienst
Das Kigo-Team stellt sich vor:
Wir, das sind: Franziska Höpfinger, Christina Hunzinger, Carmen Krüger, Rahel Nasarek, Ruth Schilling , Christina Spengel, Sonja Thomas, Paul Hunzinger, Lisa Landeck und Elke Thomas, wohnen –bis auf Franziska (Ubstadt)- alle schon mehr oder weniger lange im schönen Münzesheim.
Mit den Kindern wirken wir das ganze Kirchenjahr über an verschiedenen (Familien-)Gottesdiensten mit, wie bspw. dem Familiengottesdienst mit Krippenspiel an Heilig Abend oder dem Familiengottesdienst mit fröhlichem Ostereiersuchen an Ostermontag. Außerdem veranstalten wir in Kooperation mit den anderen Kirchengemeinden in Münzesheim und dem CVJM alle 2 Jahre einen Kinderbibeltag im Herbst und beteiligen uns am Gemeindefest mit verschiedenen Aktionen (Basteln, Kinderbetreuung, Spiele,…).
Herzlich willkommen sind bei uns Kids ab 3 Jahre bis zur Konfirmation. Wir beginnen (seit der Vakanz) den Kindergottesdienst direkt um 10.30 Uhr gleich neben unserer Martinskirche im Gruppenraum im UG des Gemeindehauses, unabhängig davon, wann/ob ein Gottesdienst in der Kirche stattfindet. Die Kinder hören Geschichten aus der Bibel, Singen, Spielen und Basteln zu den jeweiligen Themen des Kirchenjahres. In den Ferien pausieren wir. Die Kindergottesdienste werden im Mitteilungsblatt bekannt gegeben und sonntags in den Gottesdiensten abgekündigt.
Wenn Sie Fragen zu uns, unserem Team oder der Arbeit mit den Kindern haben, kontaktieren Sie Elke Thomas oder sprechen Sie uns direkt an.
Herzlich Einladung!
Kontakt:
Elke Thomas Telefon: 07250-3319695 elke.thomas@gmx.net
Kirchenmusik
Kirchenmusik ist ein zentraler Baustein, wenn es um Gemeindeleben, Kirchenaufbau und besonders die Gestaltung von ansprechenden Gottesdiensten geht. Münzesheim ist hier, wie viele Gemeinden, engagiert und aktiv. Besondere Höhepunkte sind Kirchenkonzerte. Außerdem gibt es zwei Gemeindegruppen, in denen bei uns die Kirchenmusik floriert und belebt wird: unser Kirchenchor, unter der Leitung von Ilse Heizmann-Ernst und den Flötenkreis, der von Karin Gabriel geleitet wird.
Chorleiterin, Chorsängerinnen und Chorsänger wirken in Gemeinschaft zusammen um Gott Lob zu singen. Der evangelische Kirchenchor ist ein Chor mit Geschichte.
Im Jahr 2008 konnte das 125. Jubiläum mit einem großartigen Festprogramm gefeiert werden. Man darf sich erinnern, der Chor führte mit Begeisterung das WeihnachtsPOPratorium – Licht im Dunkel von G. Schnitter auf. Der damalige Pfarrer Horst Nasarek, heute Pfr. i. R., schrieb in seinem Grußwort zur Festschrift: „Sie singen in einem Chor mit Geschichte. 125 Jahre ist nun unser Kirchenchor in diesem Jahr alt geworden – und jung geblieben! Und das ist schön. …. Zur Ehre Gottes singen Sie und zur Freude der Gemeinde. Sie singen Lieder und Stücke, die sich schon lange bewährt haben … und … Stücke aus der neueren Literatur. …"
Tatsächlich war 1883 Georg Friedrich Braun der erste Chorleiter des evangelischen Kirchengesangsvereins; gefolgt von mehr als zehn weiteren Chorleitern, bis dann 2002 Ernst Daubenberger den Dirigentenstab – erstmals in der Geschichte des evangelischen Kirchenchores – an eine Frau weitergab. Mit Ilse Heizmann-Ernst begann eine neue Ära in der Chorgeschichte. Chor und Chorleitung? Im Chor singen und den Chor leiten? Das gehört zusammen. – Wie gehört das zusammen? Was braucht es, dass dieses Zusammenspiel gut gelingen kann? Diese Fragen stellen sich, wenn man über den Kirchenchor spricht. In einem Interview mit Ilse Heizmann-Ernst und den Chorsängern konnten Antworten auf diese Fragen gefunden werden.
Die Chormitglieder schenken ihrem Chor ein Stück ihrer Lebenszeit und ihres Faibles für Kirchenmusik – damit tragen sie auf ihre Weise zum Gelingen der musikalischen Projekte bei. Und was nehmen sie mit? Was ist ihr Benefit? Kurz gesagt: Das ist individuell ganz verschieden. In jedem Falle aber erhalten sie alle ein Stück Lebensqualität – in wöchentlicher Dosierung. Dies lässt sich an vielen Äußerungen erkennen:
„Singen macht Spaß, hält jung, ist Therapie, lässt die Seele spüren, Singen macht glücklich. Im Chor kann man seine Leidenschaft zum Singen mit anderen teilen.“
„Ich mag Kirchenmusik. Ich verliere dadurch den Bezug zur Kirche nicht! Ich mag die tolle Gemeinschaft, die wir in unserem Chor haben. Wir bereichern die Gottesdienste. In vielen Liedern finde ich immer wieder Trost und Halt in schwierigen Lebenslagen.“
„Durch den Chor gehe ich öfters zur Kirche. Mir gefällt der Umgang zwischen Chorleiterin und Chormitgliedern.“
„Ich war früher im Kinderchor. Seit der Konfirmandenzeit singe ich im Kirchenchor in Münzesheim. Natürlich gingen wir nicht nur zum Singen, sondern auch, um am Abend nochmal aus dem Haus zu kommen, sich mit Freundinnen zu treffen und in die ‚Krone‘ zum Abschluss.“
„In der Gemeinschaft zu singen, für ein Konzert zu proben, und dann die Aufführung miteinander zu erleben, das ist etwas ganz Besonderes in meinem Leben.
Lust auf Singen, auf Kirchenmusik, auf Chorgemeinschaft? Wir freuen uns auf Sie, auf Dich! Wir proben donnerstags um 20 Uhr im evangelischen Gemeindehaus.
Im Blockflötenkreis der Kirchengemeinde musizieren jung und alt und alle Geschlechter mit Freude zusammen. Wir treffen uns jeden Dienstag, außer in den Ferien, von 17.30 Uhr bis 18.30 Uhr im Gemeindehaus. Verantwortlich für unseren Kreis ist Karin Gabriel. Unser Repertoire reicht von der Renaissance bis in die Moderne, ist also breit gefächert, wobei die Musik aus dem 20. Jahrhundert überwiegt. In unserem Kreis sind alle Blockflötenarten vertreten, so dass vielstimmige, klangvolle Musik entsteht. Die Literatur stellt in der Regel mittelschwere Anforderungen an die Spielerinnen und Spieler. Wir wirken im Jahr bei vier bis fünf Gottesdiensten in Kirchen und im Seniorenhaus mit, gestalten, wenn möglich, ein Flötenkonzert und haben diverse Einsätze in der Adventszeit.
Interesse geweckt? Wir freuen uns immer über neue Mitspielerinnen und Mitspieler. Hast Du Lust, dann melde dich bei Karin Gabriel oder komm einfach dienstags zum Schnuppern, Mitspielen und Reinhören vorbei und mach dir ein Bild von unserer Gruppe. Bei Bedarf ist es auch möglich, deine Kenntnisse aufzufrischen. Nur Mut. Mit ein paar Einzelstunden dürfte sich so manche Lücke schließen lassen.
Umweltteam - Der grüne Gockel
Bereits seit fast 15 Jahren gibt es das kirchliche Umweltzertifikat Der grüne Gockel. Auch die evangelische Kirchengemeinde Münzesheim hat sich dieser Initiative angeschlossen und will mittelfristig die Zertifizierung erreichen. Ein Umweltteam geht mit Unterstützung des Büros für Umwelt und Energie des evangelischen Oberkirchenrats diese Aufgabe an. Der Grüne Gockel ist ein wirksames Instrument für Kirchen- und Pfarrgemeinden sowie kirchliche Einrichtungen, um dauerhaft die eigenen Umweltauswirkungen zu erfassen, zu bewerten und positiv zu verändern. Mit der Einführung des Systems leistet die Gemeinde einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und zur Bewahrung der Schöpfung und senkt ihre Betriebskosten. Der Grüne Gockel ist speziell an die Bedürfnisse von Kirchengemeinden angepasst. Grundgedanke ist es, Arbeitsabläufe so zu organisieren, dass eine kontinuierliche Verbesserung des Umweltschutzes erreicht wird. Dabei gibt es vier gute Gründe für ein kirchliches Umweltmanagement:
Vom Projekt zum Prinzip Gott segnete die Menschen und sagte zu ihnen: „Vermehrt euch! Breitet euch über die Erde aus und nehmt sie in Besitz! Ich setze euch über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere Und vertraue sie eurer Fürsorge an.“ Gen 1,28 (DIE BIBEL in heutigem Deutsch; Deutsche Bibelgesellschaft 1982)
Diese Zeilen aus dem ersten Buch Mose machen deutlich, dass die Fürsorge für alle Tiere und die gesamte Erde erste Aufgabe des Menschen ist. Die Bewahrung der Schöpfung wird dadurch ein zentrales Ziel unseres christlichen Glaubens.
Ein Weg aus der Glaubwürdigkeitskrise Eine Kirche, die „Wein“ predigt und im eigenen Bereich „Wasser“ austeilt, erleidet einen Glaubwürdigkeitsverlust. Umweltmanagement führt kontinuierlich vom Reden zum Tun in der Kirche. Es stärkt die kirchliche Glaubwürdigkeit nach innen und außen und schafft beteiligungsorientierte Strukturen der Zusammenarbeit.
Kirchliches Umweltmanagement ist kommunikativer Gemeindeaufbau Kirchliches Umweltmanagement erschließt und fördert den Reichtum an Fähigkeiten und Talenten unter den Gemeindegliedern. Es hilft eine neue kommunikative Kultur in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen aufzubauen.
Kirchliches Umweltmanagement ist betriebswirtschaftlich wichtig und ökologisch bedeutsam Auch für Kirchengemeinden gilt: Viele Kilowattstunden Strom, viele Kubikmeter Gas, Öl, Wasser werden eingesetzt, damit sich Menschen bei uns wohl fühlen. Wenn es uns gelingt, mit etwas weniger Energie und Wasser auszukommen, dann können wir die eingesparten Kosten für andere uns wichtige Dinge einsetzen.
In diesem engeren und weiteren Sinn gehen wir das Thema an. Neben dem eigentlichen Umweltmanagement bieten sich Ansätze für Projekte in der Kinder- Jugend und Erwachsenenarbeit.
Wenn Sie Interesse an der Mitarbeit im Umweltteam haben, wenden Sie sich bitte an Hubert Ernst
Kindertagesstätten
Kinder sind ein Segen und für Gesellschaft und Kirche die Zukunft. Ohne sie geht es nicht. Kinder wollen aber auch betreut werden und mit anderen, gleichaltrigen Kindern zusammen spielen. Dafür gibt es Krippen und Kindergärten. In Münzesheim gibt es zwei Kindertageseinrichtungen, die in der Trägerschaft der Kirchengemeinde stehen. Es sind die Andreaskrippe und der Martinskindergarten. Für uns ist wichtig, dass Gemeindeaufbau nicht nur im Gottesdienst, Gruppen und Kreisen oder bei Kasualien stattfindet, sondern schon bei der Kinderbetreuung anfängt. Darum haben beide Einrichtungen ein deutliches evangelisches Profil.
Die Anmeldung erfolgt über die Stadt Kraichtal. Eine Übersicht mit Adressen und Öffnungszeiten zum Download finden Sie hier:
Bitte wählen Sie mindestens eine Datei für Ihren Download aus.
Die Martinskirche
Um 1273 wurde die St. Martinskirche das erste Mal erwähnt, als katholisches Gotteshaus wurde sie 1520 neu gebaut. Der Friedhof war, dem allgemeinen Brauch entsprechend, um die Kirche herum angelegt. Im Verlauf der Reformation und den dazugehörigen Bilderstürmen wurde der dem heiligen Martin geweihte Altar abgerissen, die Kirche in den folgenden Jahrhunderten mehrfach geplündert und geschleift. Auch eine aufwendige Renovierung in der Mitte des 18. Jahrhunderts konnte nicht verhindern, dass wiederum ein neuer Bau entstehen musste. Die Martinskirche, wie sie heute steht, wurde zwischen 1856 und 1859 errichtet, wobei der Chorraum wohl auf den Grundmauern der Vorgängerkirche fußt. Aus dem alten Bau übernommen wurde unter anderem ein Christusrelief, das sich über der Sakristei-Tür findet, sowie zwei Fratzen, die im Kirchturm eingemauert wurden. In den beiden äußeren Eingangsbereichen außerhalb bei den Aufgängen zur Empore finden sich mehrere Wappen- und zwei Grabsteine, die auf die lange Herrschaft der Hofwarte von Kircheheim verweisen. Die älteste der drei Glocken - die Osanna oder 12 Uhr-Glocke - stammt aus dem Jahr 1498 und zeigt auf dem Mantel ein Relief des heiligen Martin zu Pferd, wie er das Gewand zerteilt. Die beiden weiteren Glocken aus den Jahren 1732 und 1897 wurden zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Mit der Weihe der "Gedächtnisglocke" und der "Friedensglocke" im Jahr 1950 wurde das Geläut wieder vervollständigt. In den 1970er Jahren wurde eine Großrenovierung der gesamten Kirche, 2009 eine umfassende Innenrenovierung vorgenommen, in der auch ein Sternenhimmel in den Chorraum eingearbeitet wurde.
Besonderes Augenmerk verdienen die beiden vom Künstler Homolka gestalteten Eingangstüren an der Ostseite der Kirche. Die Sakristeitür zeigt den römischen Offizier Martinus bei der Rückgabe seines Schwertes. Die östliche Eingangstür ziert die Szene, in der Martin seinen Mantel teilt und sie ist so gestaltet, dass der Mantel von der in die Kirche eintretenden Person zerteilt wird.
Orgel
In der Martinskirche steht eine wunderschöne Orgel, die seit dem Februar 1989 in der Form in der Kirche steht, wie sie derzeit zu sehen ist. Wie kam es zur Orgel? War es die erste Orgel in Münzesheim? Was gibt es interessantes über die Orgel zu erfahren? Hier erfahren Sie alles, was sich seit der ersten Orgel rund um die Königin der Instrumente zugetragen hat. Die untenstehenden Informationen sind Auszüge aus der Festschrift zur Orgeleinweihung von Erich Rapp.
Historisches
Im Jahre 1520 wurde die katholische Kirche St. Martin gebaut. Aus den Plänen dieser Kirche geht hervor, dass dort bereits eine Orgel eingebaut war. Überliefert ist ebenfalls, dass bei der französischen Plünderung am 10. Mai 1734 die Orgel teilweise zerstört wurde. Über vier Jahre musste die Kirchengemeinde sparen bis sie das Geld zusammen hatte, um die Orgel wieder spielbar zu machen. Doch die so mühsam ersparte Reparatur stellte sich bald als Fehlinvestition heraus, denn bereits 1748 beschloss der Kirchengemeinderat die Anschaffung einer neuen Orgel. Aus einer Aufzeichnung der damaligen Orgeleinweihung ist zu lesen: „Am 3. August 1749 wird nach vollendetem Orgelbau in Münzesheim unter Aufführung einer Vocal- und Instrumental-Musik am 9. Sonntag nach Trinitatis die sonderbare Vorsorge Gottes, welche er bishero der daselbstigen Gemeinde in Erhaltung ihrer Kirche erwiesen, aus demuthsvollem Hertzen Höchstens angepriesen und nach Anweisung des 150. Psalms freudigst gedankt, auch demnächst dem durchlauchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Karl Friedrich Marggraf zu Baden das allerhöchste Wohlsein unterthänigst angewünscht“. Diese Orgel diente dann der Gemeinde über 100 Jahre bis zum Bau der heutigen Martinskirche. Mit dem Bau der neuen Kirche wurde auch ein Orgelneubau konzipiert. Am 10. Juni 1857 wurde zwischen der Großherzoglichen Bezirksbauinspektion Bruchsal und dem Gemeinderat zu Münzesheim einerseits, und dem Orgelbaumeister Bernhard Merklin aus Mannheim andererseits, ein Vertrag über die Erbauung einer neuen Orgel für die Münzesheimer Kirche abgeschlossen. Laut Vertrag erhielt der Orgelbauer Merklin für den Bau der Orgel 2.050 Gulden und dazu wurde ihm noch die alte Orgel, soweit sie noch vorhanden war, mitübergeben. Das neue Orgelgehäuse wurde genau im Stil der Kirche aus Eichenholz gefertigt, mit feinen heimischen Hölzern verziert, gefirnist und einige Teile vergoldet. Die Zinnpfeifen wurden aus reinem englischen Probzinn gefertigt. Die zweimanualige Schleifladenorgel mit 19 klingenden Registern ausgestattet. Zur Kircheneinweihung am 5. Juni 1859 erklang auch die neuerbaute Orgel das erste Mal. Jedoch bereits 1887 wurde über die Orgel schon Klage geführt: „Die Orgel, welche sich äußerlich günstig präsentiert, ist jedoch schwach gebaut und versagt deshalb öfters den Dienst“. Diese Aussage ist jedoch mit gewisser Vorsicht zu behandeln, denn Orgelbauer Merklin war für seine Zeit als ein außerordentlich solider Orgelbauer bekannt. Doch offensichtlich war man über den Zustand der Orgel nicht zufrieden, denn 1889 wurde sie durch die Orgelwerkstätte C. O. Rees aus Speyer grundlegend umgebaut und mit mechanischen Kegelladen ausgestattet. Neu war damals auch, dass der Organist nicht mehr am Spielschrank saß, sondern mit Blickrichtung in den Kirchenraum an einem Spieltisch. Von Merklin blieb das in Eiche gearbeitete Gehäuse und das Hauptkontingent des damaligen Pfeifenwerkes. Den Umbau vermerkte Orgelbaucommissär Allbrecht Hähnlein 1892 mit dem Prädikat: „Vorzüglich schön umgebaute Orgel“. Bei der Metall-Mobilmachung für Kriegszwecke im Jahr 1917 wurden die schönen und wertvollen Zinnprospektpfeifen zu Rüstungszwecken eingezogen. Erst 1925 konnten die Prospektpfeifen durch Exemplare aus Zink wieder ersetzt werden. 1961 erfolgte nochmals ein grundlegender Eingriff in das Orgelwerk. Die gute romantische Disposition wurde durch Mixturersatz und Abschneiden von Metallpfeifen unvorteilhaft „barockisiert“. Obwohl 1972 eine erneute Überholung und Ausreinigung durchgeführt wurde, beurteilte 1984 der Orgelsachverständige des Landesdenkmalamtes, Herr Bernd Sulzmann, folgendes: „Anläßlich unserer Einsichtnahme befand sich die Orgel nicht in bestem Zustand: – es ergaben sich Heuler – die Spieltraktur ist schlecht reguliert; im Baß der Manuale sind offensichtlich die Winkel verzogen – die Drossel läßt ein beachtliches Windquantum hörbar verrauschen – die Windverhältnisse sind denkbar schlecht – die Stimmung läßt zu wünschen übrig Dies alles sind Folgen (zu) sparsamer Unterhaltung. Offensichtlich ist das Instrument seit nunmehr fast 100 Jahren nur mit hinreichenden Mitteln unterhalten worden. Eine Generalrenovierung ist nunmehr unabdingbar erforderlich. ... Unter keinen Umständen sollte aber in den nächsten Jahren abermals eine ,Billiglösung‘ angestrebt werden. Die Gemeinde hat ein Recht darauf, endlich eine voll funktionsfähige historische Orgel zu erhalten, auf die sie mit Recht stolz sein darf. Im Dekanat Bretten besteht die einmalige Chance, eine bemerkenswerte romantische Orgel mustergültig und zur Freude der Kirchengemeinde zu restaurieren.“
Rekonstruktion Am Anfang der Orgelplanung standen die Überlegungen was von der alten Orgel übernommen werden kann und was geändert werden sollte. Als fachkundige Berater wurden die Orgelsachverständigen des Landesdenkmalamtes von Baden-Württemberg, Herr Bernd Sulzmann, und des Orgel- und Glockenprüfungsamtes der Evang. Landeskirche in Baden, Herr Kirchenmusikdirektor Heinrich Richard Trötschel, herangezogen. Zunächst sollte der Umbau 1889 die Maßstäbe für eine Restaurierung setzen, wobei die seit 1961 vorhandenen Pseudobarockregister in jedem Falle zurückgenommen werden sollten. Wohlmeinende Ratschläge für eine „Idealrestaurierung“ wurden von mehreren Seiten gegeben, die ersten genaueren Untersuchungen und Ausschreibungen ergaben jedoch, dass der 1889 erfolgte Umbau auf Kegelladen nicht wiederholt werden sollte. Der zwischenzeitlich aufgefundene Orgelbauvertrag aus dem Jahre 1857 ergab genügend Anhaltspunkte, um Merklins Intentionen nachvollziehen zu können. Deshalb beschlossen alle Beteiligten einstimmig die historische Schleifladenorgel von Bernhard Merklin (1858/59) zu rekonstruieren, wobei folgendes Konzept festgelegt wurde:
Orgelprospekt: Wiederverwendung des historischen Eichengehäuses nach Ablaugung und Ergänzung
Pfeifenwerk: Wiederverwendung des Pfeifenkontingentes 1858/59 und weitgehende Wiederverwendung der Register 1889 Ergänzung der vorhandenen Register in den Manualen fis‘‘‘ und g‘‘‘, im Pedal dis‘ bis f‘
Spielschrank: Wiedereinrichtung des eingebauten Spielschrankes
Spiel- und Registertraktur: Rekonstruktion der Spiel- und Registertraktur als hängende Traktur in reiner Holzbauweise
Windladen: Rekonstruktion der Schleifladen für Hauptwerk, Unterwerk und Pedal in Massivholz samt den erforderlichen Windladenlagern
Windanlage: Restaurierung des vorhandenen Magazinbalges; neues Elektrogebläse mit Drosseleinrichtung; neue Windkanäle in Holz
Intonation: Berücksichtigung des historischen Klangbildes und des Charakters der einzelnen Register Stimmung gleichschwebend Beibehaltung der derzeitigen Stimmhöhe
Dieses Rekonstruktionskonzept entsprach im Grunde einem Orgelneubau unter Wiederverwendung historisch erhaltenswerter Orgelbestandteile. Die Wiederverwendung des alten Materials erfolgte jedoch nicht unter dem Gesichtspunkt der Sparsamkeit, da die Rekonstruktion so viel kostete wie ein kompletter Orgelneubau, sondern man wollte bewusst, unter Verwendung der erhaltenswerten Teile, die historisch und klanglich wertvolle Merklin-Orgel wieder aufbauen. Genau auf den Tag, 130 Jahre nach Abschluss des Orgelbauvertrages mit Bernhard Merklin, konnte der Kirchengemeinderat am 10. Juni 1987 mit einer der bedeutendsten Orgelbaufirmen in Deutschland, der Firma G. F. Steinmeyer GmbH & Co, Oettingen/Bayern den Orgelbauvertrag für die Rekonstruktion der historischen Merklin-Orgel unterzeichnen. Im Januar 1988 wurde die alte Orgel unter Mithilfe von Gemeindegliedern abgebaut und zur Rekonstruktion in die Orgelbauwerkstätte nach Oettingen transportiert. Das große Eichengehäuse wurde von Restaurator Jan Karl Bulka aus Waldkirch abgelaugt, hell gebeizt und mit einer Bienenwachseinbürstung versehen. Zusätzlich wurden die Zierstücke des Gehäuses entsprechend dem ursprünglichen Befund mit einer Goldfassung wirkungsvoll abgesetzt. Die Einweihung der Orgel fand im Rahmen eines Festgottesdienstes am 19. Februar 1989 statt.